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Einsatztauchen

Strömungstauchen im Rhein: Intensiv-Ausbildung unter Extrembedingungen bei Dormagen

Veröffentlicht: 11.07.2026
Autor: Tauchen
Die Einsatzstelle in Dormagen
Anfahrt des Suchgebietes mit dem Hochwasserboot
Anlanden und aussteigen an dem Suchgebiet
Einsatzstelle vorbereiten
Alle funktionieren auf jeder Position
Rückzug in den Schatten
Strömungskunde am eigenen Körper
Abtransport der Einsatzmittel

Der jüngste Ausbildungsabschnitt führte die Einsatztaucher des Bezirkes Mönchengladbach an den Rhein auf Höhe von Dormagen. Im Fokus dieser anspruchsvollen Übungseinheit stand das Suchen und Retten von Personen in fließenden Gewässern – einem der risikoreichsten Einsatzgebiete für den Wasserrettungsdienst.

Strömungsdynamik und physische Belastung
Das Tauchen im Rhein unterscheidet sich fundamental von Einsätzen in stehenden Gewässern. Trotz des überwiegenden Sand- und Kiesbodens waren die Sichtverhältnisse unter Wasser stark eingeschränkt. Die Einsatzkräfte mussten sich unter realen Bedingungen mit den wechselnden Strömungsverhältnissen an der Oberfläche sowie in den tieferen Wasserschichten auseinandersetzen.

Die physischen Herausforderungen zeigten sich unmittelbar:

  • Hohe körperliche Beanspruchung: Das Halten der Position und das kontrollierte Bewegen gegen den Strom erfordern maximale Physis.
  • Anstieg des Atemluftverbrauchs (AMV): Durch die hohe körperliche Anstrengung stieg der Luftverbrauch der Taucher drastisch an, was die maximale Verweildauer unter Wasser verkürzte.
  • Eingeschränkte Orientierung: Das systematische Absuchen von Ufer- und Grundbereichen erfordert unter Strömungseinfluss ein hohes Maß an Konzentration und exakte Absprachen mit der Leinenführung an Land.

Gleichzeitig bot die Übung den Tauchern die Möglichkeit, die Strömungsverhältnisse taktisch zu analysieren, um sie im Ernstfall – beispielsweise beim Treibenlassen während Suchmustern – kräfteschonend zu nutzen.

Operative Absicherung und Gefahren durch den Schiffsverkehr
Der Rhein gilt als eine der am stärksten befahrenen Binnenwasserstraßen Europas. Das hohe Aufkommen an Berufsschifffahrt, Sportbooten und Jetskis stellt eine permanente Gefährdung für im Wasser befindliche Personen dar. Die durch große Schiffe erzeugte Sog- und Wellenwirkung reicht weit in den Uferbereich hinein und ist unter Wasser wie an der Oberfläche unberechenbar.
Aus diesem Grund wurde die Übung lückenlos durch die DLRG Dormagen abgesichert, die mit einem Hochwasserboot die Absperrung des Übungsraums und den Schutz der Tauchtrupps vor dem Schiffsverkehr übernahm.

Präventionsbotschaft: Das Badeverbot im Rhein
Die Erkenntnisse dieses Ausbildungstages unterstreichen die strikte Notwendigkeit des bestehenden Badeverbots im Rhein. Wenn bereits professionell ausgerüstete und trainierte Einsatztaucher bei ihren Aufgaben an ihre körperlichen Grenzen stoßen, ist das Schwimmen, Baden oder auch nur das Waten im Uferbereich lebensgefährlich. Die Strömungen und die Sogwirkung der „Schifffahrts-Autobahn“ werden regelmäßig unterschätzt und führen fatalerweise immer wieder zu tödlichen Unfällen.

Fazit
Die Übung bei Dormagen hat den Einsatzkräften die Grenzen des Machbaren unter extremen Strömungsbedingungen aufgezeigt. Das gewonnene Verständnis für das Medium Fließgewässer ist ein essenzieller Baustein, um im Ernstfall schnell, effektiv und vor allem sicher agieren zu können. Ein besonderer Dank gilt der DLRG Dormagen für die professionelle Absicherung auf dem Wasser.

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